Haben die UV-Filter in Kosmetikprodukten eine Wirkung auf Korallen?

Das Monaco Scientific Center und L'Oréal Research & Innovation veröffentlichen ihre Arbeiten über die Abwesenheit schädlicher Auswirkungen von UV-Filtern auf die photosynthetische Aktivität von Korallen.

Das Monaco Scientific Center (CSM) und L'Oréal Research & Innovation haben gemeinsam eine Methode entwickelt, um die Auswirkungen von Sonnenschutzmitteln auf Korallen genau zu bewerten. Der Test basiert auf der Messung eines der wichtigsten Parameter der Korallenriffbleiche, der Photosynthese von Mikroalgen, die in Symbiose mit Korallen leben. Die Ergebnisse dieser Studie "Photochemical response of the scleractinian coral Stylophora pistillata to some sunscreen ingredients" wurden gerade in der Fachzeitschrift "Coral Reefs" veröffentlicht. Die Studie zeigt, dass Korallen, die 5 Wochen lang 5 in der Kosmetik verwendete Sonnenschutzfilter ausgesetzt waren, ihre photosynthetischen Eigenschaften vollständig beibehalten, auch wenn diese Filter in Konzentrationen getestet werden, die viel höher sind als die in der Meeresumgebung gemessenen.

Der Lichtschutz ist ein wichtiges Thema der öffentlichen Gesundheit für den Schutz vor Hautkrebs, dessen Zahl sich in den letzten 20 Jahren fast verdoppelt hat. L'Oréal R&I engagiert sich seit langem in der Forschung für innovative und leistungsstarke Sonnenschutzprodukte. Gleichzeitig hat sich die L'Oréal-Gruppe auf die Gewährleistung der Umweltverträglichkeit ihrer Produkte konzentriert, insbesondere in Bezug auf Süss- und Meerwasser. Korallenriffe sind heute ein grosses Umweltanliegen. In mehreren Regionen der Welt erleben sie beunruhigende Bleichepisoden, die durch den Verlust von Mikroalgen gekennzeichnet sind, die in Symbiose mit Korallen leben. Die wissenschaftliche Gemeinschaft der Korallenriff-Experten führt das Korallenbleichen hauptsächlich auf die globale Erwärmung zurück. In letzter Zeit wird Sonnenschutzmitteln vorgeworfen, Korallen negativ zu beeinflussen und auch ihre Bleiche zu verursachen. Daher war es wichtig, eine wissenschaftliche Studie zu erstellen, um ihre Auswirkungen genau zu messen.

L'Oréal R&I arbeitete mit dem CSM zusammen, um den Beitrag von Sonnenschutzmitteln zur Korallenbleiche zu bewerten. Zu diesem Zweck haben die CSM-Forscher einen Labortest an gezüchteten Korallen der Art Stylophora Pistillata entwickelt. Unter kontrollierten Bedingungen von Licht, Temperatur und natürlichem Meerwasser ermöglicht dieses Korallenmodell eine strenge Bewertung der Auswirkungen jedes Moleküls, das Korallenriffe kontaminieren könnte.

Während der Studie setzten die Forscher von CSM die Korallen einer zunehmenden Konzentration von UV-Filtern aus, die von den maximalen Konzentrationen im Meer in Touristengebieten bis hin zu 10’000 mal höheren Konzentrationen reicht. Die wichtigsten UV-Filter, die in den Sonnenschutzprodukten von L'Oréal verwendet werden, wurden getestet, indem die photosynthetische Aktivität der symbiotischen Mikroalgen gemessen wurde, die zwischen den Korallen leben. Nach 5 Wochen Kontakt zeigen die Ergebnisse, dass diese organischen Filter keine schädlichen Auswirkungen auf die Koralle haben, selbst bei Konzentrationen, die über ihrer Löslichkeitsgrenze liegen. Diese 5 in der Kosmetik verwendeten organischen UV-Filter hatten keinen negativen Einfluss auf die Photosynthese der symbiotischen Algen, im Gegensatz zu einigen Unkrautvernichtern, die für ihre schnellen negativen Auswirkungen auf das Überleben dieser Mikroalgen bekannt sind.

"Unsere Studie ist die erste, die einen replizierbaren Test mit einem Schlüsselparameter in der Physiologie der Koralle entwickelt hat - die sehr empfindlich auf Umweltstörungen reagiert - der photosynthetischen Aktivität der Algen, die symbiotisch mit der Koralle lebt. Diese Algen sind für das Leben ihrer Korallenwirte unerlässlich. Dieser Test, der derzeit auf Kosmetikprodukte angewendet wird, könnte verwendet werden, um die Toxizität jeder Art von Molekül zu bewerten", sagte Denis Allemand, wissenschaftlicher Direktor am CSM.

"Die Entwicklung dieses neuen Tests ist Teil des von L'Oréal R&I vor mehr als 15 Jahren eingeleiteten Gesamtansatzes, der darauf abzielt, die Umweltverträglichkeit der von uns vermarkteten Produkte zu gewährleisten", sagte Laurent Gilbert, Sustainable Innovation Manager bei L'Oréal R&I.

L'Oréal R&I beweist durch die Zusammenarbeit mit dem CSM und der TARA-Stiftung weiterhin sein Engagement für die Entwicklung von Produkten, die die Meeresumwelt respektieren.

Über CSM

Das Monaco Scientific Center (CSM) ist die öffentliche Forschungseinrichtung des Fürstentums Monaco. Es wurde 1960 von Prinz Rainier III. gegründet und hat sich im Laufe der Jahre immer weiter spezialisiert. Seit 1989 ist das CSM weltweit anerkannt für seine Forschung zur Biologie von Korallen (riffbildende Korallen, temperierte Korallen, Edelkorallen) in Bezug auf den globalen Klimawandel. Bei der Weiterführung ihrer Arbeit entwickeln die Forscher des CSM Techniken, die von der Ökologie im Feld bis zur Genomik reichen und Physiologie, Mikroskopie oder Umweltökonomie umfassen. Das CSM verfügt nun über eine Abteilung für Polarbiologie und eine Abteilung für medizinische Biologie.

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